Die digitalen Dienste der Deutschen Bahn, die Webseite Bahn.de und die App DB Navigator, waren zeitweise nicht erreichbar. Auskünfte über Zugverbindungen wurden nicht mehr ausgegeben, Buchungen waren nicht möglich. Ursache war nach Angaben der Bahn ein Angriff auf ihre Server. Von wem er ausging, ist unklar; Russland steht laut Berichten weit oben auf der Liste der Verdächtigen. Dem Spiegel zufolge berichten Medien aus internen Kreisen, dass viele von einer russischen Urheberschaft ausgehen.

Technisch handelte es sich um eine sogenannte DDoS-Attacke (Distributed Denial-of-Service). Dabei werden die Systeme des Ziels mit einer Flut von Anfragen überhäuft, bis sie unter der Last zusammenbrechen und legitime Anfragen nicht mehr beantworten können. Die Anfragen stammen von tausenden weltweit verteilten Rechnern, die zuvor mit Schadsoftware infiziert wurden und auf Befehl der Angreifer Datenpakete abfeuern. Der Angriff selbst war nach allem, was bekannt ist, technisch simpel und nicht neu. Es flossen keine Daten ab, die Technik der Bahn wurde nicht infiltriert, und es entstand kein dauerhafter Schaden. Betroffen war allein die Verfügbarkeit der Dienste.

Solche Angriffe nehmen laut der Sicherheitsfirma Cloudflare, die Unternehmen vor derartigen Attacken schützt, im vergangenen Jahr stark zu. Ganz verhindern lässt sich diese Angriffsart praktisch nicht. Russland steht auf der Verdächtigenliste, ein Nachweis der Urheberschaft fehlt jedoch.