Am Freitag und Samstag findet in Stuttgart der CDU-Wahlparteitag statt. Neu gewählt werden der Generalsekretär und die Stellvertreter; auch Friedrich Merz stellt sich erneut zur Wahl als Parteivorsitzender. Offen ist vor allem, mit welchem Ergebnis, da dies als Signal für den Rückhalt in der Partei gilt. Die CDU hatte bei der Bundestagswahl 28,6 Prozent erreicht und liegt in Umfragen darunter, während die AfD von Umfragehoch zu Umfragehoch eilt und in einigen Bundesländern Mehrheiten und Ministerpräsidentenämter anstrebt, etwa in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Im Vorfeld des Parteitags wurden mehrere Anträge aus dem Umfeld der CDU diskutiert. Ein Antrag zielte darauf, die Klimaneutralität faktisch abzuschaffen; er wurde wegen seiner Unvereinbarkeit mit geltenden Gesetzen wieder abgeräumt. Weitere Vorschläge betrafen die Abschaffung beziehungsweise teilweise Einschränkung des Rechts auf Teilzeit ("Lifestyle-Teilzeit") sowie die Idee, dass Versicherte Arztbesuche selbst bezahlen sollten. Diese Anträge passten nach Darstellung im Podcast nicht zu den Wahlkämpfern in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die kurz darauf Landtagswahlen haben. Die CDU hatte sich 2024 ein neues Grundsatzprogramm gegeben, sucht aber erneut nach inhaltlichem Profil. Konfliktlinien verlaufen zwischen wirtschaftsliberalen Kräften, dem sozialpolitisch profilierten CDA-Flügel um Dennis Radtke und konservativen, migrationskritischen Strömungen.

Beim Thema Migration verfolgt die Partei einen scharfen Kurs; die EU hat Merz nach Darstellung im Podcast weitreichende Werkzeuge zur Zurückweisung von Menschen gegeben, und die Zuwanderung sinkt. Merz hatte versprochen, die Ergebnisse der AfD zu halbieren, dieses Versprechen aber seit längerer Zeit nicht wiederholt. Als Gast wird der Parteitag von Angela Merkel besucht, die ihr Büro hat mitteilen lassen, sie folge ausnahmsweise einer Einladung. Friedrich Merz hat zudem angeordnet, dass Alkohol erst nach dem Sitzungstag am Freitagabend ausgeschenkt wird, mit Verweis auf ein ehrgeiziges Parteitagsprogramm. Merz selbst hat sich nach Berichten bereits im Bundestagswahlkampf Alkohol weitgehend abgewöhnt. Daneben hat sich Merz in die Debatte über eine Altersbegrenzung für die Nutzung sozialer Medien eingeschaltet und sich dafür ausgesprochen; angestoßen wurde diese ältere Debatte zuletzt erneut von der SPD.