Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwägt nach Informationen aus der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) substanzielle Kürzungen bei der Heizungsförderung, um Haushaltsgeld zu sparen. Grundlage ist ein Gespräch zwischen Reiche und einer KfW-Vorständin (Kehr), das die KfW bestätigt. Die KfW wickelt die Förderung ab und zahlt sie aus. Für Änderungen müsste unter Umständen erst das Gebäudeenergiegesetz geändert werden, was den Prozess verzögern könnte. Mitarbeitende der KfW gehen jedoch davon aus, dass es recht schnell zu Kürzungen kommen dürfte; einige davon ließen sich laut internen KfW-Papieren innerhalb von vier Wochen umsetzen. Das Wirtschaftsministerium teilte mit, derzeit werde über die Eckpunkte der GEG-Reform debattiert, die Heizungsförderung solle darauf basierend ausgestaltet werden, Details lägen noch nicht vor.

Die aktuelle Förderung ist vergleichsweise einfach. Wer eine Kohle-, Öl- oder Gasetagenheizung oder eine funktionierende, über 20 Jahre alte Gasheizung gegen eine Wärmepumpe oder eine andere nachhaltige Heizung wie Holzpellets austauscht, erhält einen Zuschuss. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Hinzu kommen ein Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent für einen schnellen Einbau bis Ende 2028, ein Effizienzbonus von fünf Prozent für besonders effiziente Wärmepumpen, die Energie aus dem Erdreich gewinnen, sowie ein Einkommensbonus von 30 Prozent bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro. Der staatliche Zuschuss ist auf 70 Prozent von maximal 30.000 Euro Investition gedeckelt. Die Förderung wirkt: 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gaskessel verbaut, der Verkauf stieg um 55 Prozent, und die Wärmepumpe ist damit die meistverkaufte Heizungsart in Deutschland. Die staatliche Förderung hat laut KfW rund 900.000 Wohneinheiten gefördert. Die Anträge werden vollautomatisch ausgewertet, die Hälfte auch vollautomatisch ausgezahlt; nur bei Unklarheiten prüft ein Mensch.

Reiche ist diese Förderung zu teuer: Seit dem Start Anfang 2024 wurden laut KfW rund 9 Milliarden Euro ausgegeben, etwa 4,5 Milliarden pro Jahr. Reiche ließ sich nach den Informationen viele Reformoptionen präsentieren, etwa absolute statt prozentualer Summen oder eine Einkommensgrenze, wie sie die SPD bei einem Einkommen über 80.000 Euro vorschlägt. Eine Einkommensgrenze wird zunächst nicht umgesetzt, weil die Umsetzung bis zu ein Jahr dauern könnte. Im Vordergrund steht, schnell Geld zu sparen, in der Tendenz durch Streichung von Boni: Der Geschwindigkeitsbonus und der Effizienzbonus sollen wegfallen, der Einkommensbonus erhalten bleiben, eventuell ergänzt um eine Staffelung nach Kindern wie bei der E-Auto-Förderung. Unterm Strich soll das Fördervolumen sinken.

Parallel macht Reiche Gas billiger: Die Gasspeicher-Umlage soll nicht mehr von den Gasverbrauchern, sondern aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden. Strom hingegen wird teurer, weil die Stromsteuer entgegen der Ankündigung nicht für alle gesenkt wurde. Reiche hat zudem Pläne präsentiert, die den Windausbau abbremsen würden, und es steht zur Debatte, ob für private Solaranlagen im nächsten Jahr noch eine Einspeisevergütung gezahlt wird. Bundeskanzler Friedrich Merz hat überdies Zweifel am Emissionshandel gesät, dem nach Darstellung im Podcast erfolgreichsten Klimaschutzwerkzeug der EU, und sich offen für eine Überarbeitung oder Verschiebung gezeigt. Beim Nordsee-Gipfel zur Offshore-Windenergie bezeichnete Merz die Windenergie als Übergangstechnologie, die man maximal 30 Jahre brauche, danach setze man auf Kernfusion. Das Bundesverwaltungsgericht hatte festgestellt, dass die bisherigen Klimaschutzpläne nicht ausreichten und mehr Klimaschutz betrieben werden müsse. Das Umweltministerium muss bis Ende März einen neuen Klimaschutzplan mit konkreten Maßnahmen vorlegen.