Der Besuch beim Jungunternehmer Marco Scheel aus Mecklenburg und dem Unternehmen Nordwolle, der in einer früheren Folge des Podcasts behandelt wurde, hat besonders viel Resonanz ausgelöst — nach Angabe der Hosts eine der Folgen mit dem meisten Feedback, sowohl im Forum als auch per Mail. Diese Folge wird nun ausgewertet.

Im Forum bewerteten nach Schätzung der Hosts weit über 90 Prozent der Rückmeldungen die Folge positiv. Viele der Zuschriften kamen von Menschen, die ihrerseits Konflikte mit der Verwaltung schildern und den Eindruck haben, die Behörde stehe nicht auf ihrer Seite, sondern lege ihnen Steine in den Weg.

Auffällig viele ermutigende Rückmeldungen kamen den Hosts zufolge von Personen aus der Verwaltung selbst — per SMS, Mail und im Forum. Diese wünschten sich, für Bürgerinnen und Bürger besseren Service bereitstellen zu können, stießen aber auf strukturelle Widerstände. Beschrieben wird das Problem so, dass nicht vom Ergebnis her gedacht werde — also nicht, wie ein Bürger eine Entscheidung erhält, die ihm weiterhilft — sondern nur, ob alle Formulare korrekt geheftet sind.

Beispielhaft zitiert der Podcast einen Fachdienstleiter in einem Bauamt: „Vor allem der in der Folge angesprochene Mentalitätswechsel findet zumindest in meinem beruflichen Umfeld nicht statt. Die Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin als Bittsteller gesehen. Es werden Lösungsvorschläge lediglich abgelehnt und nicht konstruktiv bearbeitet. Die Einstellung, dass es nicht die eigene Aufgabe sei, mitzudenken, begegnet mir ständig. Diese Haltung wird teilweise sogar intern gegenüber einigen Kollegen an den Tag gelegt." Nach Darstellung der Hosts gab es 20 oder mehr Zuschriften dieser Art.

Zur Frage, woher das Problem komme, zitiert der Podcast denselben Hörer weiter: „Ihr habt richtigerweise darauf hingewiesen, dass es auch die Aufgabe der Führungspersonen ist, hier positiv einzuwirken. Meiner Erfahrung der letzten fünf Jahre nach passiert das aber kaum bis gar nicht. Auf vielen Führungspositionen sitzen einfach konfliktscheue Menschen, die sowieso nur noch ein paar Jahre hier haben, die das dann wegschieben und aussitzen." Die Folge sei, dass engagierte Kollegen mit Arbeit überschüttet und frustriert würden, während die Problemfälle mit ihrem Verhalten durchkämen.

Ein weiterer Punkt aus dem Feedback: In der Verwaltungsausbildung — etwa an den Fachhochschulen — seien die genannten Probleme längst erkannt. Dort werde gelehrt, vom Ergebnis her zu denken und das ganze Projekt zu sehen statt nur die einzelne Akte. Das Problembewusstsein sei also bei der Ausbildung der jüngeren Beschäftigten bereits angekommen.

Es gab auch Detailkritik: Marco Scheel rede zu viel, und nicht alles, was er sage, treffe zu. Ein Hörer wies darauf hin, dass in dem Ort, in dem Scheel sein Unternehmen betreibt, durchaus mehrmals täglich ein Bus fahre, obwohl Scheel gesagt habe, man komme dort mit ÖPNV nicht hin. Außerdem empfanden einige die Folge als zu werblich.