Zu Gast auf der Bühne ist Ricarda Lang von den Grünen. Sie war Co-Vorsitzende der Partei und in der Ampel an zentraler Stelle in der Regierungsfraktion tätig. Heute ist sie einfache Bundestagsabgeordnete, sitzt in einem Ausschuss und hat kein Parteiamt mehr inne; nach dem Ende der Ampel ist sie bewusst zwei Schritte zurückgetreten. Anlass des Gesprächs ist die Frage, warum sich die Regierung von Friedrich Merz innenpolitisch schwertut, überzeugende Konzepte zu großen Aufgaben wie Gesundheitssystem, Sozialkassen, Wirtschaft und Klimawandel vorzulegen.

Lang verweist auf ein gutes Abschneiden der Grünen und ein schwieriges Ergebnis der Union bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, die rund anderthalb Wochen zuvor stattfand und bei der das Bündnis um Cem Özdemir antrat. Sie skizziert die strukturellen Bedingungen heutiger Politik — eine gehetzte Öffentlichkeit, eine hyperpolitisierte Debatte und Koalitionen, die sich niemand ausgesucht habe.