Das Unternehmen Palantir bietet Software an, mit der deutsche Polizeibehörden Daten aus verschiedenen Beständen kombinieren wollen, um Ermittlungserfolge zu erzielen. Teilweise wird die Software bereits eingesetzt. Im Anschluss an eine frühere Folge werden nun die beiden Gründer des Unternehmens näher porträtiert.
Chef von Palantir ist Alex Karp. Seine Biografie wurde im Podcast The Daily der New York Times nachgezeichnet, unter anderem von einem Reporter, der mit Karp zur Schule ging und ihn mehrfach getroffen hat, auch auf dessen abgelegenem Anwesen mit Hubschrauberlandeplatz und Bodyguards. Karp wird als linksliberal aufgewachsen beschrieben und hat sich selbst als Aktivist und Sozialist bezeichnet. Er ging eher widerwillig an die Stanford Law School, die er nach eigenen Worten hasste, lernte dort aber Peter Thiel kennen. Anschließend ging Karp nach Deutschland, um Philosophie zu studieren, auch weil die Familie seines Vaters aus Deutschland stammte; Karp ist wie sein Vater Jude. Er promovierte in Philosophie.
Peter Thiel wurde zunächst als Mitgründer von PayPal bekannt. Er hat sich nach Darstellung im Podcast in eine ausgeprägt ideologische Richtung entwickelt und gilt als libertär, nicht liberal. Für ihn ist der Staat per se schlecht und auf ein Minimum zu reduzieren. Aus Deutschland wird er als rechtslibertärer Milliardär kritisiert, der Geld in antidemokratische, autoritär-konservative Projekte und Überwachungsfirmen steckt; er ist Unterstützer von Donald Trump.
Die Gründungsidee von Palantir geht auf die Zeit nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zurück. Die Analyse der Anschläge zeigte, dass viele Informationen bei verschiedenen US-Behörden bereits vorlagen, aber niemand sie zu einem Gesamtbild zusammensetzte. Aus diesem Gedanken, dem sogenannten Connecting the dots, entstand der Gründungsmythos: So etwas wie der 11. September solle nie wieder passieren, dafür sollten Daten zusammengeführt werden. Thiel suchte einen operativen Geschäftsführer und erinnerte sich an Karp, der so zum CEO wurde, obwohl er als linksliberal galt und keine Wirtschaftserfahrung hatte.
Karp begründet seine Beteiligung laut The Daily mit einer Art Schadensminderung. Als Progressiver wolle er die Übernahme durch rechtsautoritäre Kräfte verhindern, die gegen Minderheiten vorgehen würden. Seine Logik: Wenn Progressive sich nicht um Themen wie Einwanderung kümmerten oder Terroranschläge nicht verhinderten, bekämen die Menschen Angst und wendeten sich rechten, autoritären Figuren zu. Deshalb beteilige er sich an Palantir, um solche Probleme zu lösen und den Menschen diese Angst zu nehmen.
Mittlerweile hat Palantir eine Million Dollar für die Amtseinführung von Donald Trump gespendet, und Karp steht Trump nahe. Palantir erhält Aufträge von CIA und Militär. Peter Thiel ist in zahlreiche weitere Projekte mit Trump-naher, autoritätsstaatlicher Ausrichtung investiert.

