Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran gilt eine Feuerpause, die Straße von Hormuz bleibt aber bis auf weiteres dicht; Gespräche sollen in Pakistan stattfinden. Auf dem Weltmarkt fehlen dadurch rund 10 bis 13 Prozent des Rohöls. Mit Ankündigung der Friedensgespräche stiegen die Diesel- und Benzinpreise in Deutschland zunächst sogar weiter; sie liegen um 30 bis 40 Prozent höher als zuvor. Diesel ist teurer als Benzin, weil rund ein Drittel davon importiert wird, vor allem aus dem Persischen Golf, während Benzin größtenteils in Deutschland hergestellt wird; der Diesel-Preis liegt aktuell bei rund 2,50 Euro pro Liter.

Die Koalition aus Union und SPD hat das Gesetz so geändert, dass Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag, mittags um 12 Uhr, erhöhen dürfen; senken können sie jederzeit. Tankstellen nutzen diese Erhöhung bislang für Aufschläge um mehrere Cent; eine preisdämpfende Wirkung ist nicht eingetreten.

Diskutiert werden weitere Werkzeuge: Senkung oder Erstattung der Kfz-Steuer, ein Preisdeckel für Sprit nach europäischem Vorbild, ein Benzinpreisrabatt wie unter der Ampel, eine Erhöhung der Pendlerpauschale, eine Senkung der Stromsteuer für alle Haushalte, eine Mobilitätsprämie sowie eine befristete Erhöhung des Bürgergeldes. Die Ökonomin Veronika Grimm vom Sachverständigenrat hat erklärt, eine staatliche Senkung der Spritpreise wäre das falsche Signal; die Regierung solle zum Sparen appellieren, etwa über ein temporäres Tempolimit auf Autobahnen. Eine Studie des Ifo-Instituts kommt zum Ergebnis, dass Pendlerinnen und Pendler in der Tendenz eher wohlhabend sind; zudem wirkt die Pendlerpauschale als Abzug vom zu versteuernden Einkommen, sodass die Ersparnis mit dem Steuersatz steigt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat eine Erhöhung der Pendlerpauschale gefordert und unterstützt zugleich eine Senkung der Stromsteuer für alle Haushalte; diese war im Wahlkampf versprochen, im vergangenen Sommer aber so eingedampft worden, dass nur Unternehmen eine Ermäßigung erhielten.

Parallel diskutiert wird eine Übergewinnsteuer auf Mineralölkonzerne, weil die Preise in Deutschland besonders hoch liegen und Mitnahmeeffekte vermutet werden. Eine solche Steuer gibt es in Italien, Spanien, Griechenland, Rumänien, Ungarn, Großbritannien, Frankreich, Österreich und Polen; Italien rechnet mit rund 10 Milliarden Euro Mehreinnahmen, Spanien mit 3,5 Milliarden, die in einen günstigeren Nahverkehr fließen. Deutschland hatte 2022 und 2023 selbst eine Übergewinnsteuer; sie brachte rund 2,5 Milliarden Euro. Die Bundesnetzagentur reguliert Gas- und Stromnetze als natürliche Monopole und legt eine zulässige Rendite in der Größenordnung von rund 9 Prozent fest. Die Bundesregierung lehnt eine Übergewinnsteuer bislang ab; Union und SPD haben eine Taskforce eingerichtet. Die EU hat in den ersten Wochen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine 16 Milliarden Euro zusätzlich für fossile Brennstoffimporte ausgegeben; Deutschland gibt jährlich rund 80 Milliarden Euro dafür aus.