Frankreich reagiert auf die fossile Energiekrise mit einer anderen Strategie als Deutschland. Zwar gibt es auch in Frankreich einen Preisdeckel, doch das Land verzichtet ausdrücklich darauf, Energiesteuern zu senken. Eine solche Senkung gilt der Regierung als zu teuer und als Gießkannen-Instrument.

Stattdessen präsentierte der Premierminister am vergangenen Freitag einen Elektrifizierungsplan. Der Premierminister regiert von Gnaden Emmanuel Macrons, ist weder Linker noch Grüner, sondern von der Grundanlage Wirtschaftsliberaler und ideologisch relativ nah an Friedrich Merz.

Ziel des Plans ist es, dass die Franzosen auf E-Autos und Wärmepumpen umsteigen und die Abhängigkeit von Öl und Gas in der Energieversorgung verringert wird. Die bereits bestehende staatliche Unterstützung für die Elektrifizierung wird drastisch erhöht: Von 5,5 Milliarden Euro pro Jahr wird sie auf 10 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt. Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Wohnen und Verkehr.

Konkret sieht der Plan vor, zum Jahreswechsel den Einbau von Gasheizungen in Neubauten zu verbieten. Das Social Leasing für E-Autos, das es bereits gibt und das einkommensschwachen Haushalten sehr günstiges Leasen ermöglicht, soll ausgebaut werden. Bis 2030 sollen pro Jahr eine Million Wärmepumpen installiert werden, was einer Versechsfachung entspräche. Zusätzlich ist ein Leasing-Modell für Wärmepumpen geplant. In den nächsten vier Jahren, also bis 2030, sollen zwei Millionen Sozialwohnungen saniert und umgerüstet werden, damit auch dort nicht mehr mit Gas geheizt wird.

Die Finanzierung soll nicht über Steuererhöhungen erfolgen. Stattdessen will die Regierung öffentliche Beihilfen umleiten und staatliche Energiekosten einsparen. Auch sollen Beiträge von Energielieferanten über den Mechanismus der Energieeinsparzertifikate die Maßnahmen mitfinanzieren. Dieses Instrument ist im Detail komplex und nicht ganz unumstritten. Kritisiert wird am Plan, dass das Thema Energiesparen zu kurz komme.