Die Straße von Hormuz bleibt blockiert. Die USA schneiden den Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen ab, der Iran blockiert die Meerenge seinerseits und hat in dieser Woche Schiffe unter französischer und britischer Flagge beschossen. Trotz dieser Lage berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass Kreuzfahrtschiffe die Straße von Hormuz weiterhin passieren.

An diesem Tag wäre ein zweiwöchiges Ultimatum von US-Präsident Donald Trump ausgelaufen, an das auch eine Waffenruhe mit dem Iran geknüpft war. Trump hatte mehrfach gedroht: Entweder gebe der Iran die Meerenge frei, oder die USA würden iranische Kraftwerke, Brücken und weitere zivile Infrastruktur zerstören. Statt das Ultimatum zu vollstrecken, hat Trump die Waffenruhe einseitig verlängert. Sie soll so lange gelten, bis Verhandlungen stattgefunden haben und ein Verhandlungsergebnis vorliegt. Diese Verhandlungen werden aller Voraussicht nach in Pakistan geführt.

Der Iran zeigte sich vom auslaufenden Ultimatum unbeeindruckt. Aus Teheran lautet die Botschaft, die US-Blockade sei ein Bruch des Waffenstillstands und koste den Iran rund 500 Millionen Dollar pro Tag an ausbleibenden Öllieferungen, das Regime habe aber den längeren Atem. Parallel lässt das iranische Regime weiter Menschen hinrichten und ist in den vergangenen Wochen mit der Tötung Tausender Regimekritiker gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen, obwohl die Führung zugesagt hatte, davon abzulassen. Eigene Anhänger werden auf die Straßen geschickt, um öffentlichen Raum zu besetzen, den Protestierende sonst nutzen könnten.

Auf den Weltmärkten zieht der Konflikt erhebliche Folgen nach sich. Der Chef der Internationalen Energieagentur bezeichnet die Situation als größte Energiekrise überhaupt; eine Erholung werde Monate, womöglich Jahre dauern und setze voraus, dass die Straße von Hormuz wieder freigegeben wird. Die Forderungen beider Seiten gehen weit auseinander: Die USA verlangen einen kompletten Verzicht des Iran auf Atomenergie sowie die Abgabe der ballistischen Raketen und ein Ende ihrer Entwicklung; im Hintergrund steht die Forderung nach einem Regimewechsel. Der Iran weist diese Punkte zurück. Auch Israel drängt auf einen Regimewechsel in Teheran und beruft sich darauf, dass das iranische Regime den sogenannten „kleinen Satan" Israel von der Landkarte tilgen wolle und mit der vom Iran historisch unterstützten Hisbollah eine Pufferzone im Libanon aufgebaut habe. Die israelischen Maximalforderungen sind für Teheran kaum zu akzeptieren.