Rohöl bleibt nach Einschätzung der Lage auf längere Sicht knapp, die Preise dürften entsprechend hoch bleiben. Die Bundesregierung hat darauf in der Vorwoche mit zwei Maßnahmen reagiert: einem Tankrabatt sowie einer möglichen Einmalzahlung an Beschäftigte. Die Einmalzahlung soll dabei nicht aus dem Bundeshaushalt fließen, sondern von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern geleistet werden. Eine Woche später steht das Paket weiter in der Diskussion.
Im Forum der Lage war die Frage aufgekommen, ob der Tankrabatt nicht doch eine passende Entlastung sei, weil aktuell vor allem beim Tanken wirklich draufgezahlt werde. Die zweite beschlossene Maßnahme – die freiwillige Einmalzahlung von bis zu 1000 Euro, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden auszahlen können – wird ebenfalls heftig kritisiert. Der Bundeskanzler hatte bereits in der Vorwoche fast flehentlich an die Industrie appelliert, diese Zahlung auch zu leisten. Industrievertreter wiesen darauf hin, dass viele Mitarbeitende den Appell teilweise als Pflicht missverstanden hätten und nun fragten, wo ihr Geld bleibe. Tatsächlich ist die Zahlung freiwillig. Viele Industriebetriebe geben an, dass sie selbst hohe Preise tragen müssten, Betriebe links und rechts dichtmachten und sie nicht wüssten, woher die 1000 Euro für ihre Angestellten kommen sollten. Die Bundesregierung hat zudem angekündigt, sich nicht weiter zu beteiligen. Stand jetzt werden über die Maßnahmen der Bundesregierung faktisch nur Menschen entlastet, die einen Verbrenner fahren.

