Bundeskanzler Friedrich Merz hat in dieser Woche vor dem Bankenverband erklärt, die gesetzliche Rentenversicherung werde allenfalls noch die Basisabsicherung im Alter sein und auf Dauer nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern. Aktuell liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent. Die Aussage fällt in eine Phase, in der die Boomer-Generation in Rente geht, die Einnahmen der Rentenkassen nicht mit den Ausgaben Schritt halten und damit eine massive Belastung des Bundeshaushalts droht. Eine eingesetzte Rentenkommission soll im Sommer oder Herbst ihren Bericht vorlegen.
Auf Merz' Auftritt folgte umgehend scharfe Kritik aus der SPD. SPD-Chef Lars Klingbeil hatte zuvor in einer Rede vor der Bertelsmann Stiftung Bewegungsbereitschaft beim Thema Rente signalisiert. Die SPD-Spitze stellt nun klar, dass ein Abrutschen der gesetzlichen Rente auf eine reine Basissicherung mit ihr nicht zu machen ist. Zugleich fordert die AfD ein Rentenniveau von 70 Prozent. Laut dem ARD-Deutschlandtrend von Anfang April sind nur noch 15 Prozent der Befragten mit der Bundesregierung zufrieden, was einem historischen Tiefstand entspricht. Eine Umfrage unter 24 Demokratien weist Merz als unbeliebtesten Regierungschef im Vergleich aus; Donald Trump erhält dort in seiner Basis rund 37 Prozent Zustimmung. In der Unions-Bundestagsfraktion hatte zuvor Wirtschaftsministerin Katherina Reiche stehende Ovationen erhalten, nachdem sie die SPD scharf angegriffen hatte; Merz musste sich daraufhin hinter Reiche stellen, obwohl er ihr Vorgehen kritisch sieht.

