In dieser Woche wird es keine Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geben. Eigentlich hätten sich beide Seiten in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, treffen sollen, um die Verhandlungen fortzusetzen. US-Vizepräsident JD Vance und Steve Witkoff, ein Golfkumpel von Donald Trump und selbst ernannter Außenpolitikexperte, saßen am vergangenen Wochenende bereits halb im Flieger Richtung Islamabad. Am Samstag stoppte Donald Trump die Reise dann in letzter Minute.
Auch auf iranischer Seite ist das Gesprächsinteresse erkennbar gering. Der iranische Außenminister Araghtschi war zwar bereits in Pakistan eingetroffen. Doch bevor die US-Emissäre überhaupt hätten aufschlagen können, reiste er wieder ab — angekündigt war eine Weiterreise nach Moskau über den Oman.
Die Positionen der Vereinigten Staaten und des Iran sind meilenweit voneinander entfernt. Ein Deal ist nicht in Sicht, und auch in dieser Woche ist von außen keinerlei Bewegung auf den diplomatischen Kanälen erkennbar.
Bei seiner Abreise in Pakistan soll Araghtschi nach Berichten des Washingtoner Online-Portals Axios noch einen Plan hinterlassen haben. Demnach könnte der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen, wenn sich die USA zu einem dauerhaften Frieden beziehungsweise Waffenstillstand bekennen und weitere Angriffe ausschließen. Hintergrund ist, dass die USA derzeit den Schiffsverkehr für iranische Häfen blockieren.
Donald Trump verbreitet derweil Zweckoptimismus. In einem Statement schrieb er: „We have all the cards" — auf Deutsch sinngemäß: „wir haben das bessere Blatt auf der Hand".
Einordnung
Ulf und Philip stellen fest, dass die Formulierung „We have all the cards" bekannt vorkommt: Trump hatte sie schon vor 14 Monaten benutzt, als er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Oval Office demütigte.
Philip ordnet ein, dass Trump damals tatsächlich das bessere Blatt gehabt habe, ohne Zweifel. Heute sehe das anders aus. Trump stehe strategisch eher schlechter, während der Iran clever auf Zeit spiele und Gespräche verweigere, solange die USA den Schiffsverkehr für iranische Häfen blockieren. Der Vorschlag Araghtschis deute aber zumindest an, dass es jetzt in die andere Richtung gehen könnte — nach dem Motto: Die Straße von Hormus wieder aufmachen, wenn sich die USA zu einem Frieden committen und weitere Angriffe ausschließen.
Philip verweist außerdem auf eine Einordnung der New York Times: Die Lage sei ein komisches Limbo zwischen Frieden und Nicht-Frieden, zwischen Krieg und Nicht-Krieg, zwischen Verhandlungen und Schweigen — es sei einfach unklar, wohin die Reise gehe.
Ulf fügt eine kleine Fußnote zum Stichwort „Straße von Hormus" an. In der vergangenen Woche hatten die Hosts einen Witz über die Kreuzfahrtschiffe gemacht, die die Straße trotz der Spannungen durchquert hätten. Dazu seien einige wütende E-Mails eingegangen. Einigen Hörerinnen und Hörern habe der Hinweis gefehlt, dass die Kreuzfahrtschiffe nicht mit Passagieren besetzt gewesen seien, sondern nur mit einer Notfall-Crew. Es habe sich also natürlich um keine echten Reisen gehandelt. Ulf betont, dass die Hosts den Scherz-Charakter eigentlich für aus dem Kontext klar gehalten hätten. Einige Leute — beziehungsweise nach Ulfs Lesart auch nur einer — hätten sich dennoch gemeldet; ein Mensch sei sogar sauer gewesen und habe der Lage vorgeworfen, schlecht recherchiert zu haben.