Das Verhältnis Deutschlands zu den USA unter Präsident Trump ist nach Einschätzung in der Lage zunehmend angespannt. Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz das erste Jahr von Trumps Amtszeit ohne offenen Konflikt im Oval Office bewältigt hatte, ist die Lage in den letzten ein bis zwei Wochen eskaliert. Auslöser war eine Äußerung von Merz in einer Schule, wonach die USA sich im Iran-Krieg verrannt hätten und der Iran als ganze Nation die USA gedemütigt habe. Diese Aussage habe Trump erkennbar verärgert; seither teilt er öffentlich gegen Deutschland und Merz aus.
Konkrete Folgen dieser Eskalation sind zwei Beschlüsse. Erstens haben die USA entschieden, 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Zweitens – und dies ist die weitreichendere Entscheidung – wird Washington die zugesagten Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper vom Typ Tomahawk nicht mehr in Deutschland stationieren. Diese Stationierung hatten ursprünglich Joe Biden und die Ampel-Regierung vereinbart; sie sollte Europa vor einem etwaigen Angriff aus dem Osten schützen. Damit entsteht für Deutschland und die EU eine Fähigkeits- und Schutzlücke: Bestimmte militärische Aufgaben können die europäischen NATO-Staaten ohne diese Raketen nicht abdecken.
Vor diesem Hintergrund hat Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei einem Besuch in der Ukraine einen Strategiewechsel angekündigt. Die Ukraine solle nicht länger nur Hilfeempfänger sein, sondern strategischer Partner Deutschlands und Europas. Ziel ist eine beidseitige Zusammenarbeit: Deutschland und Europa wollen die Ukraine weiter unterstützen, zugleich aber auch von ukrainischen Erfahrungen lernen, um die eigenen Verteidigungsfähigkeiten zu verbessern. Die Ukraine hält seit gut vier Jahren eine der größten und stärksten Armeen der Welt – die russische – in Schach.
Um zu klären, wie diese strategische Partnerschaft konkret aussehen soll, hat die Lage Matthias Lehna eingeladen. Lehna ist ausgebildeter Gebirgsjäger der Bundeswehr, war unter anderem im Auslandseinsatz in Mali und ist heute Major der Reserve. Hauptberuflich ist er Vice President bei der Quantum Systems GmbH, einem der führenden deutschen Unternehmen für Militärtechnik mit Schwerpunkt Drohnen. Konkret ist Lehna Geschäftsführer eines Joint Ventures, das Quantum Systems mit dem ukrainischen Startup Frontline Robotics eingegangen ist und das in Bayern Drohnen baut. Quantum Systems gilt als nicht unumstritten, weil der US-Investor Peter Thiel rund 18 Millionen Euro in das Unternehmen investiert hat.

