Im Interview geht es um die Frage, wie die Kommunikation zwischen Bürgern und Behörden bei Bauvorhaben besser gestaltet werden könnte. Ulf Buermeyer wechselt die Perspektive: weg von den technischen Details rund um Fenster und Treppe, hin zur Sicht eines Bürgers, der einen Bauantrag gestellt hat, etwas gebaut hat und das Vorhaben legal genehmigt bekommen möchte. Er bringt ein aus der Fachliteratur bekanntes Konzept ins Gespräch: den Verwaltungslotsen als „Single Point of Contact" — eine feste Ansprechperson, mit der man reden kann.

Marco Scheel, der von seinen Erfahrungen mit einer unteren Bauaufsichtsbehörde berichtet, hatte einen solchen Verwaltungslotsen. Er sprach einmal mit ihm, erreichte ihn danach nie wieder und hörte nichts mehr von ihm. Den Lotsen bekam er noch zu der Zeit, als Kerstin Weiß Landrätin war.

Ein konkretes Beispiel ist die Frage, wie ein „Werkzeug" zu definieren sei, mit dem sich ein Fenster im Brandschutztreppenhaus öffnen lässt. Laut Scheel erklärte die Behörde, ein Werkzeug sei etwas, das man wegnehmen könne — etwa eine Stange, die zum Öffnen des Fensters dient und auch einmal nicht vorhanden sein könnte. Auf seinen Vorschlag, ein Seil anzubringen, kam die Antwort, ein Seil sei eine Brandlast und damit nicht zulässig. Zwischendurch erhielt er die inoffizielle Nachricht, die Behörde hätte gerne eine elektrische Anlage installiert. Zugleich gilt die Auflage, dass im F30-Brandschutztreppenhaus keine Elektroinstallation sein darf. Scheel machte daraufhin eine Kette an das Fenster und schlug vor, der Wehrführer aus Züsow, im Brandfall Erstretter vor Ort, könne die Lösung freigeben. Die Behörde entgegnete, der Wehrführer habe nicht die notwendige Sachkenntnis, um zu entscheiden, ob er das Fenster im Brandfall öffnen könnte.