Im Gespräch mit den Hosts beschreibt Unternehmer Marco Scheel, dass eine Führungskraft in der öffentlichen Verwaltung weniger Einwirkungsmöglichkeiten hat als in einem privaten Unternehmen. Beamte könne man nicht entlassen, und auch über den Erwerbsdruck lasse sich keine Wirksamkeit herbeiführen.
Als konkretes Beispiel schildert Scheel eine Begebenheit aus seinem Landkreis: Dieser hatte viel Geld in eine digitale Lösung für Bauanträge investiert, über die sich Bauantrag und alle notwendigen Dokumente online hochladen lassen. Bei dem System handelte es sich nach Scheels Beschreibung um eine Insellösung, sie wurde aber gebaut, kostete viel Geld und wurde auch tatsächlich benutzt.
Dann wechselte der zuständige Sachbearbeiter. Der neue Sachbearbeiter verlangte von Scheel ab sofort alles schriftlich auf Papier, in doppelter Ausführung. Auf Scheels Nachfrage habe der Sachbearbeiter auf die Ägypter verwiesen: Hätten die Ägypter schon Internet gehabt, wüsste man heute weniger von deren Zivilisation; das Papyrus habe das Wissen bewahrt. Außerdem berief er sich auf die Möglichkeit eines Stromausfalls, bei dem man nicht weiterarbeiten könne. Philip ergänzt an dieser Stelle die Zahl, dass es im Schnitt 16 Minuten Stromausfall pro Jahr gebe.
Nach Scheels Darstellung hat der Sachbearbeiter das Recht, das vorhandene digitale Modul "Bauen 2.0" nicht zu nutzen, obwohl die Software existiert und der Landkreis dafür viel Geld ausgegeben hat. Der Sachbearbeiter bestehe stattdessen auf der schriftlichen Bearbeitung. Eine Fachdezernatsleitung wurde in diesem Zusammenhang in der Zwischenzeit fristlos entlassen; daraufhin folgte eine Arbeitsrechtsklage.
