Im Auftakt des Interviews mit der Sinologin Marina Rudyak (Universität Heidelberg und Yale) geht es um ihre persönliche Erfahrung aus jahrelanger China-Forschung. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die chinesische Entwicklungshilfe, das Verhältnis Chinas zum globalen Süden sowie die Beziehungen zwischen China und Russland.

Rudyak schildert, dass die in chinesischer Sprache geführte Debatte über das Land deutlich diverser und komplexer ist als das, was außerhalb Chinas wahrgenommen wird. Sie schätzt, dass bestenfalls rund fünf Prozent dieser chinesischsprachigen Debatte ins Englische oder in andere Sprachen übersetzt werden, und auch nur Ausschnitte einzelner Themenbereiche. Das Resultat sei ein stark vereinfachtes Bild Chinas im westlichen Diskurs.