Philip Banse fragt die Sinologin Marina Rudyak, ob sich in China jede Person zur Wahl in den Volkskongress aufstellen lassen kann. Rudyak beschreibt das Verfahren: Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Volkskongress werden durch die Volkskongresse auf der Provinzebene aufgestellt. Theoretisch könne man sich über die verschiedenen Vertretungsgremien für eine Kandidatur aufstellen lassen. Eine einzelne Kandidatur, die mit dem deutschen Wahlrecht vergleichbar wäre und bei der sich eine einzelne Person direkt zur Wahl stellt, ist auf diesem Weg nicht vorgesehen.
In der Praxis sind nach Rudyaks Angaben ein Drittel der Delegierten zum Volkskongress hochrangige Funktionäre der Kommunistischen Partei oder Regierungsbeamte. Wer sich aufstellen lassen will, muss allerdings nicht zwingend Mitglied der Kommunistischen Partei sein.
