Die innenpolitischen Ziele der Kommunistischen Partei Chinas lassen sich an den Fünfjahresplänen ablesen. Im März 2026 hat China den 15. Fünfjahresplan verabschiedet, der die Industrie-, Wirtschafts- und Sozialpolitik bis 2030 skizziert. Politisch wird das Land weiterhin von der KP straff geführt; politische Abweichung und Forderungen nach Demokratie werden nicht toleriert.
Eine zentrale Funktion des neuen Fünfjahresplans ist, eine Brücke zu einem bereits zuvor ausgegebenen großen Wirtschaftsziel zu bilden: Bis 2035 soll das Pro-Kopf-Bruttoinlandseinkommen gegenüber 2020 verdoppelt werden. Weitere Schlüsselthemen des 15. Fünfjahresplans sind wirtschaftliche Resilienz, die Stärkung des Binnenkonsums und technologische Eigenständigkeit – Letzteres angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs mit den USA.
Aus dem Ziel der technologischen Eigenständigkeit ergeben sich nach Darstellung im Gespräch auch die vergleichsweise großen unternehmerischen Spielräume für Technologieunternehmen in China. Diese Spielräume gelten ausdrücklich nicht für Universitäten im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen laut Fünfjahresplan jährlich durchschnittlich um mindestens 7 Prozent wachsen. Dieses Ziel war bereits im vorherigen Fünfjahresplan verankert und wurde nach Angaben der chinesischen Regierung erreicht. Mit chinesischen Zahlen ist nach allgemeinem Konsens Vorsicht geboten; die grundsätzliche Richtung ist jedoch klar erkennbar.

